Wikinomics. Die Revolution im Netz

Rezension: Wikinomics
Macht es für ein Unternehmen Sinn, geistiges Eigentum zu teilen? Können Betriebe Kontrolle über unternehmensinterne Prozesse nach außen vergeben, ohne sich selbst dabei zu schaden? Wie kann man mit externem Know-How seine eigene Entwicklungsabteilung erweitern?

Die Autoren Tapscott und Williams haben provokante Vorschläge, wie sich Unternehmen aufstellen müssen, um im zukünftigen Wettbewerb bestehen zu können.

Titel: Wikinomics. Die Revolution im Netz Von Don Tapscott und Anthony D. Williams.

Aus dem Inhalt:

Immer mehr Menschen nutzen Online-Foren, sind begeisterte Blogger, arbeiten aktiv mit bei Projekten wie Open Source oder Wikipedia – beruflich und privat. Ausgeschlafene Unternehmen erkennen die Zeichen der Zeit und nutzen die neue Macht der mündigen Kunden, die sich nicht länger alles vorsetzen lassen: Sie öffnen mutig die Unternehmensgrenzen und laden buchstäblich Zigtausende von Kunden und Nutzern zum Dialog ein.


Meine Meinung zu diesem Buch:

Die Autoren

Don Tapscott ist Professor für Managementlehre an der Universität Toronto. Darüber hinaus ist er Vorstandsvorsitzender von nGenera Insight, einem Beratungs- und Softwareunternehmen. Davor war er Gründer und Geschäftsführer des Strategie-Beratungsunternehmens New Paradigm, bevor dieses von nGenera übernommen wurde. Neben “Wikinomics” hat er noch eine Reihe weiterer Bücher veröffentlicht, zuletzt den englischen Titel Grown Up Digital: How the Net Generation is Changing Your World

Der Co-Autor Anthony D. Williams studierte Politikwissenschaften an der London School of Economics und arbeitet als Forschungsdirektor bei nGenera Insight. Im Augenblick schreibt er an einem Nachfolge-Buch von “Wikinomics”, welches im Frühjahr 2010 veröffentlicht werden soll.

Die Aufmachung des Buchs

Das mir vorliegende Buch ist die im Oktober 2009 erschienene Taschenbuchausgabe. Mit etwas über 300 dichtbedruckten Seiten ist der Umfang nicht gerade knapp gehalten. Dazu kommen nochmal 15 Seiten mit Anmerkungen und Quellenangaben zu den einzelnen Kapiteln, welche teils sehr aufschlußreich sind und die besprochenen Inhalte weiter vertiefen. Man merkt, dass Tapscott mit wissenschaftlichem Arbeiten gut vertraut ist.

Ansonsten ist das Buch von der Gestaltung her sehr unspektakulär gehalten. Ein paar gelegentliche Grafiken oder Übersichten hätten zur Auflockerung und zum besseren Verständnis sicherlich hin und wieder ganz gut getan.

Der Inhalt

Wikinomics – was versteht man eigentlich darunter? Dem Autoren-Duo nach geht es darum, dass sich die Unternehmenskultur in den Betrieben grundlegend ändern muß, um von den heutigen Möglichkeiten der Zusammenarbeit profitieren zu können. Der Begriff “Wiki” dürfte vielen von der Online-Enzyklopädie “Wikipedia” hinreichen bekannt sein. Dieses Super-Lexikon ist deshalb in so kurzer Zeit so unglaublich erfolgreich, weil viele Menschen aus den unterschiedlichsten Motiven heraus ihr Wissen dort einbringen – freiwillig und völlig unentgeltlich.

Diese Mechanismen der Kooperation können sich Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen zunutze machen. Laut Tapscott und Williams sind aber folgende Bedingungen dafür notwendig:

In vielen Beispielen wird aufgezeigt, was diese Prinzipien konkret bedeuten und wie Unternehmen, die sich auf ein entsprechendes Abenteuer eingelassen haben, davon profitieren konnten.

Natürlich muß oft der Klassiker “Linux” als Referenz dafür herhalten, was für Produkte – ja ganze Wirtschaftszweige – aufgrund einer losen und teils chaotisch anmutenden freiwilligen Zusammenarbeit tausender Menschen möglich sind. Zum Glück beschränken sich die Autoren aber nicht auf die reine Computerwelt: Procter & Gamble, das Pharmaunternehmen Merck, BMW und viele Unternehmen der Old Economy liefern in dem Buch ebenfalls anschauliche Beispiele, wie die oben genannten Prinzipien praktisch und erfolgreich umgesetzt werden können. Externe Wissensplattformen, die Beteiligung von Kunden an Unternehmensprozessen, die Unterstützung von Communities – all das kann nach Ansicht der Autoren den Unternehmen helfen, mittel- und langfristige Wettbewerbsvorteile zu erlangen.

Einen kleinen Minuspunkt bekommt “Wikinomics” von mir dafür, dass sich einige Ausführungen im Laufe des Buchs teilweise wiederholen und gelegentlich auch etwas langatmig sind. Der Inhalt hätte an mancher Stelle sicherlich etwas gestrafft werden können, ohne dabei an Informationsgehalt zu verlieren.

Mein abschließendes Urteil

Aufgrund der Informationsfülle und der vielen Details verlangt das Buch dem Leser einiges an Konzentration ab. Die Lektüre lohnt sich aber auf jeden Fall. Auch wenn die Originalausgabe “schon” aus dem Jahr 2006 stammt, hat das Thema kaum an Aktualität verloren.

Fazit:
Ein interessantes Buch zu einem spannenden Thema. Teils etwas langatmig, aber lesenswert!
 
Bewertung:

4 von 5 Lesezeichen

 
 
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Wikinomics: Die Revolution im NetzDon Tapscott und Anthony D. Williams. 324 Seiten. Erschienen im Deutschen Taschenbuch Verlag

Andere Infos und Rezensionen zu diesem Buch im Internet:

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Kommentare

Ein Kommentar zu “Wikinomics. Die Revolution im Netz”

  1. Tweets die Buch-Rezension: Wikinomics. Die Revolution im Netz | Buch-Ratschlag erwähnt -- Topsy.com am Mittwoch, 9. Dezember, 2009 23:26

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Martin Weiß, open source erwähnt. open source sagte: Buch-Rezension: Wikinomics. Die Revolution im Netz | Buch-Ratschlag: Immer mehr Menschen nutzen Online-Foren, sind bege http://url4.eu/uEUt [...]

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