Buch-Ratschlag

Was würde Apple tun?

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Buch: Was würde Apple tun?Momentan schießen die Bücher über angebissenes Obst und deren Gründer nur so aus dem Boden: Der symbolträchtige Apfel und der Name der Leitfigur Steve Jobs finden sich auf vielen Buchtiteln wieder. Offensichtlich ein Garant für gute Umsätze bei den Verlagen.

Eine Neuerscheinung vom März möchte ich heute vorstellen.

Titel: Was würde Apple tun? Wie man von Apple lernen kann, in der digitalen Welt Geld zu verdienen. Dirk Beckmann.

Aus dem Inhalt:

Niemand profitiert von der digitalen Revolution mehr als Apple. Immer wieder gelingt es dem Konzern, mit kreativen Ideen und revolutionären Geräten neue Märkte zu erschließen und die Kunden zu begeistern. Dirk Beckmann erklärt, warum das vergleichsweise altmodische Geschäftsmodell von Apple der Umsonstkultur von Google und den anderen Wettbewerbern weit überlegen ist. Und er verrät, wie Sie die Strategien von Apple gewinnbringend für Ihr eigenes Unternehmen umsetzen können.


Meine Meinung zu diesem Buch:

Der Autor

Dirk Beckmann ist Geschäftsführer der von ihm 1991 gegründeten Bremer Agentur artundweise. Hier berät er Unternehmen in Kommunikationsfragen im digitalen Bereich und moderiert Kreativ-Workshops. “Was würde Apple tun?” ist meines Wissens nach sein erstes Buch.

Die Aufmachung des Buchs

Abgesehen vom giftgrünen Einband mit dem bekannten Apfel kommt das Taschenbuch ansonsten eher unspektakulär daher. Die etwas über 200 Seiten sind in 7 Abschnitte unterteilt, die sich jeweils in weitere kurze und leicht konsumierbare Kapitel gliedern.

Ein Stichwortverzeichnis vermisst man jedoch ebenso wie einen Hinweis auf weiterführende Literatur zum Thema. Allerdings hat der Autor unter www.was-wuerde-apple-tun.de einen Blog eingerichtet, auf dem das Buch fortgeführt bzw. um aktuelle Hinweise ergänzt werden soll.

Der Inhalt

Kommt einem der Titel nicht irgendwie bekannt vor? Richtig: Der Autor gibt unumwunden zu, dass er ihn bei Jeff Jarvis “ geklaut” hat. Mit dem vorliegenden Buch kommt Beckmann zu gegenteiligen Schlussfolgerungen und zeigt auf, warum seiner Ansicht nach das Apple-Modell dem Google-Modell überlegen ist.

Worum geht es im Wesentlichen:
An einem Namen kommt in der digitalen Welt kaum einer vorbei: Google. Aufgrund der schieren Größe kann man dort einfach deshalb Dinge tun, weil sie (technisch) machbar sind. So gibt es viele Softwareprodukte mit noch mehr Funktionen, die für den Internetanwender sehr angenehm, hilfreich und vor allem kostenlos sind. Geld verdient man bei Google fast ausschließlich mit Werbung.

Und dann gibt es ein anderes unglaublich erfolgreiches Unternehmen namens Apple mit einem völlig anderen Geschäftsmodell. Dass Apple lange Zeit nur ein wenig erfolgreiches Nischen-Unternehmen war, haben heute viele Anhänger von iPhone, iPod und iWasweisich schon verdrängt.
Apple tut das genaue Gegenteil von Google: Es gibt eben nicht unendlich viele Funktionen bei den Apple-Produkten und es existieren viele andere Produkte auf dem Markt, die von einem technischen Blickwinkel aus gesehen besser sind und mehr Möglichkeiten für weniger Geld bieten.

Die Frage “Was würde Apple tun?” lässt sich auf eine einfache Antwort bringen: Apple tut bestimmte Dinge eben nicht. Es wird nicht jede technisch mögliche Funktion in deren Geräte eingebaut, sondern es werden bewusst Features weggelassen und das Produkt dadurch einfacher für den Anwender gemacht. Reduktion auf das Wesentliche – oder auf das, was Apple als Wesentlich erachtet. Gleichzeitig wird das Design zu einem wichtigen Element, welches beim Anwender einen unglaublichen Besitzwunsch und Kaufreiz auslöst.

In dem Buch-Abschnitt “Was kann man von Apple lernen?” zeigt Beckmann auf rund 50 Seiten, wie sich die Vorgehen von Apple bei der Produktentwicklung von anderen Herangehensweisen unterscheidet.

Dann folgen ein paar Gedankenspiele, wie einige Alltagsprodukte vielleicht aussehen würden, wenn sie von Apple wären: Ein Auto, eine Küche, ein Fernseher, eine E-Learning-Plattform. Daran schließen sich im Abschnitt “Was bedeutet die mobile Revolution” einige allgemeine Ausführungen zu den Themen mobiles Internet, Social Media und Cloud Computing an.

Und schließlich geht der Autor auf das Phänomen der Apps ein – kleine Programme, die einen eng abgesteckten Funktionsumfang haben und dadurch in der Regel genau für eine bestimmte Aufgabe geeignet sind (auch wenn es sich bei dieser Aufgabe um eine völlig sinn- und nutzenfreie Angelegenheit handeln mag).

Im letzten Teil des Buchs wagt  Beckmann einen kurzen Ausblick in die Zukunft und stellt dabei die großen Namen in der Digitalen Welt gegenüber: Apple, Google, Facebook und schließlich auch Microsoft.

Mein abschließendes Urteil

Ein Buch, das vor allem durch die Anspielung im Titel auf ein anderes bekanntes Werk auf sich aufmerksam macht. Vieles von dem, was Beckmann schreibt, trifft sicherlich zu. Das Apple-Modell hat bewiesen, dass man auch in der digitalen Welt mit einem konservativen Geschäftsmodell höchst erfolgreich sein kann – ganz im Widerspruch zur vorherrschenden “Free”-Mentalität im Internet.

Insgesamt erfährt der Leser aber nicht viel Neues. Beckmann bleibt bei vielen Themen relativ an der Oberfläche und belässt es gelegentlich bei eher allgemeinen Aussagen. Auch der teils großzügige Umgang mit dem Platz auf dem vorhandenen Papier lässt manchmal das Gefühl aufkommen, dass man hier einfach 200 Seiten vollkriegen musste.

Auch wenn man das Buch meiner Ansicht nach nicht unbedingt gelesen haben muss, enthält es trotzdem einige interessante Ansätze und Denkanstösse.

Fazit:

Wenig Neues, aber nett zu lesen.

Bewertung:

3 von 5 Lesezeichen

 
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