Buch-Ratschlag

Oktoberfest

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Buch: OktoberfestOans, zwoa, drei, Gsuffa! Wohl kaum ein anderes Fest ist weltweit so bekannt und beliebt, wie das Münchner Oktoberfest. Und es gibt wohl auch keinen zweiten Ort auf der Welt, an dem sich jedes Jahr wieder für zwei Wochen so viele Menschen mehr oder weniger friedlich treffen, um gemeinsam zu feiern.
Und genau dieser Ort ist nun Schauplatz eines deutschen Thrillers, dessen Handlung bei näherer Betrachtung vielleicht gar nicht so abwegig ist.

Titel: Oktoberfest. Christoph Scholder.

Aus dem Inhalt:

Der zweite Wiesn-Sonntag. Weiß-blau erstreckt sich der Himmel über München. Tausende strömen auf das größte Volksfest der Welt. Partystimmung, so weit das Auge reicht, ausgelassen tanzen die Menschen in den riesigen Zelten. Niemand ahnt, dass dieser Nachmittag um exakt vier Minuten vor sechs in einem Höllenszenario enden wird. Denn genau zu diesem Zeitpunkt gibt Oleg Blochin, der skrupellose Kommandeur einer russischen Elite-Soldateska, seinen Männern den Befehl, das Betäubungsgas im ersten Bierzelt freizusetzen. Und das ist erst der Anfang: Schlag auf Schlag geht es weiter, 70.000 Menschen werden zu Geiseln in einem hochriskanten Spiel auf Leben und Tod …


Meine Meinung zu diesem Buch:

Der Autor

Christoph Scholder, 1967 in Tübingen geboren, lebt seit über 20 Jahren in München. Er ist offensichtlich ein spätberufener Autor, denn “Oktoberfest” ist sein erster Roman und er hat fast 4 Jahre daran gearbeitet hat.

Wie aus einem Universitätsdozenten – Scholder lehrte nach dem Studium der Soziologie, Philosophie und Psychologie an verschiedenen Hochschulen – ein Thriller-Autor wird, beantwortete er in einem Interview lapidar: “An deutschen Hochschulen lassen sich aus den unterschiedlichsten Gründen Mordphantasien entwickeln”.
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Zum Buch

Ein Horror-Szenario, das in der heutigen Zeit gar nicht mehr so utopisch erscheint: Das Münchner Oktoberfest wird Schauplatz einer unvorstellbaren Geiselnahme. Alle Zelte und damit rund 70.000 Besucher befinden sich in der Gewalt des Kommandeurs einer ehemaligen russischen Spezialeinheit. Die Forderung der Terroristen: Rohdiamanten im Wert von 2 Milliarden Euro.

Die bayerische Staatsregierung ist machtlos, ein erster Befreiungsversuch endet in einem Fiasko. Und so wird lediglich versucht, eine Massenpanik und damit die unausweichliche Katastrophe zu verhindern, indem der Anschlag so lange wie möglich geheimgehalten wird. Es wird sogar der Verteidigungsfall ausgerufen und die Bundeswehr zieht ins Münchner Rathaus ein. Und schließlich betritt ein Abwehrspezialist die Bildfläche, um die Pläne des Terroristen-Kommandanten zu durchkreuzen.

Christoph Scholder nimmt sich viel Zeit, um die einzelnen Charaktere seines Buchs zu entwickeln. Er nutzt dabei geschickt immer wieder Szenenwechsel in die Vergangenheit, um zunächst scheinbar zusammenhanglose Handlungsstränge einzubauen, die jedoch mehr und mehr mit der Gegenwart verschmelzen und die Zusammenhänge deutlich werden lassen.

Beim Lesen merkt man schnell, dass der Autor viel Zeit für Detailrecherchen aufgewendet hat. Und dabei meine ich nicht nur seine Kenntnisse über Waffentechnik, sondern auch die stark an der Realität angelehnten Anekdoten rund um das Oktoberfest (Wiesenwirte, Lieferanten und die ganze Spezlwirtschaft). Sehr oft musste ich auch über die phantasievoll erfundenen Festzelte schmunzeln, die gerade nah genug an den Namen der echten dran waren, um zu wissen, welches Zelt gemeint war.

Das etwa 600 Seiten mächtige Buch ist wirklich fesselnd geschrieben und bietet einige Stunden guter Unterhaltung.

Mein abschließendes Urteil

“Oktoberfest” ist ein spannender, actionreicher Thriller, wie man ihn von deutschen Autoren nur selten zu lesen bekommt. Man darf hoffen, dass es bald weitere Bücher aus der Feder Scholders geben wird.

Fazit:

Spannende Unterhaltung aus deutschen Landen. Sehr empfehlenswert!

Bewertung:

5 von 5 Lesezeichen

 
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