Na servus!

Was passiert, wenn zwei Welten aufeinander prallen? Genau, es kracht meistens richtig. So in etwa kann man sich die Begegnung eines mit sämtlichen Vorurteilen belasteten Berliners mit den bayerischen Ureinwohnern vorstellen.
Dass aber auch ein Berliner in dieser Hinsicht lernfähig ist und die Bayern vielleicht doch nicht so schlimm sind wie angenommen, davon kann man sich in diesem wirklich lustigen Buch überzeugen…
Titel: Na servus! Wie ich lernte, die Bayern zu lieben. Von Sebastian Glubrecht.
Aus dem Inhalt:
Das Schlimmste, was einem aufstrebenden Berliner passieren kann: kein Job. Und das Allerschlimmste? Ein Job in München. Trotzdem findet sich Jungjournalist Sebastian eines Tages auf dem Franz-Josef-Strauß-Flughafen wieder. Im Übergepäck: Vorurteile. Und alle berechtigt. Doch dann lernt er eine Münchnerin kennen, die nicht nur schlagfertig und hübsch ist, sondern auch Hochdeutsch spricht. Allerdings hat diese reizende Ausnahmeerscheinung einen Ziehvater. Und der ist bayerischer als Bayern – und wohnt im selben Haus…
Meine Meinung zu diesem Buch:
Um eines von vornherein klarzustellen: Ich bin selbst ein Bayer. Umso mißtrauischer stand ich natürlich einem Buch gegenüber, das sich offensichtlich über dieses Volk lustig macht ![]()
Aber: Dieses Buch war für mich ein echter Überraschungstreffer. Ich hatte vorher noch nie davon gehört oder gelesen, mir fiel es eher zufällig in der Buchhandlung in die Hände – und ich kann nur sagen: Zum Glück!
Der Autor des Buchs, Sebastian Glubrecht, gibt im Vorwort an, dass es sich um eine ausgedachte Geschichte handelt, die allerdings zumindest bis zu einem gewissen Grad auf wahren Begebenheiten zu beruhen scheint. Was das Ganze umso lustiger macht. Bereits das erste Kapitel mit dem Titel “Unter heiterem Himmel” lies mich mehr als einmal herzlich lachen.
Die Hauptfigur, der Journalist Sebastian – genannt “der Waschtl” – muss berufsbedingt nach München umziehen. Auch wenn dort in Wirklichkeit mehr “Zuagroaste” zu wohnen scheinen, als richtige Bayern, muss er sich sein Dach mit einem echten Urgestein teilen. Dass hier ungeahntes Konfliktpotential besteht, dürfte offensichtlich sein.
Auf gut 220 Seiten sorgt der Autor mit einem wunderbar flüssigen Schreibstil und auf den Punkt gebrachten Pointen für absolut kurzweilige Unterhaltung. Was meine besondere Anerkennung findet: Er schafft es, die bayerische Sprache überwiegend treffend schriftlich wiederzugeben – eine bemerkenswerte Leistung für einen Nichtbayern.
Was erwartet den Leser sonst noch:
- ein Ritt auf einem Ochsen
- ein bayerischer Ringkampf
- ein Totalausfall auf dem Oktoberfest
- ein ganz besonderer Kurs im Schuhplattln
- …eine wunderbare Liebesgeschichte
und nicht zuletzt…
Wer gerne herzlich über Preußen und Bayern lachen möchte, dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt. Ich habe es fast in einem Zug verschlungen, und es eignet sich wunderbar als Geschenk. Sollte es irgendwann eine Fortsetzung davon geben, sie wäre auf meiner Einkaufsliste ganz oben!
Habe mich schon lange nicht mehr so gut amüsiert! Klare Empfehlung!
Bewertung:
5 von 5 Lesezeichen
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Na servus!: Wie ich lernte, die Bayern zu liebenSebastian Glubrecht. 224 Seiten. Erschienen im Rowohlt Taschenbuch Verlag
Andere Infos und Rezensionen zu diesem Buch im Internet:
- Rezension auf dem Literaturportal literature.de
- Rezension auf suite101.de. Das Netzwerk der Autoren.
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Mein Name ist Martin Weiß. Ich bin ein Büchernarr und schreibe hier meine ganz persönliche Meinung über Bücher, die ich für lesenswert halte. Und die ich tatsächlich auch selbst gelesen habe.
Viel Spaß!





[...] wer Sebastian Glubrecht bisher noch nicht kennt, dem sei sein erstes Buch “Na servus. Wie ich lernte, die Bayern zu lieben” wärmstens ans Herz [...]