Meconomy

Rezension: Meconomy. Von Markus Albers
Was hat uns die aktuelle Wirtschaftskrise gelehrt? Nichts ist heute sicher – und schon gar nicht der Glaube an die Sicherheit des Arbeitsplatzes.

Dass dies aber eine große Chance sein kann und der Zeitpunkt für eine berufliche Selbständigkeit vielleicht gerade jetzt günstig ist, zeigt uns Markus Albers in seinem neuen Buch.

Titel: Meconomy. Wie wir in Zukunft leben und arbeiten werden – und warum wir uns jetzt neu erfinden müssen. Von Markus Albers

Aus dem Inhalt:

Manchmal müssen wir aus der Bahn geworfen werden, um zu wissen, wo es hingehen soll. Spätestens die Weltwirtschaftskrise hat uns die Grenzen vieler Werte und Regeln aufgezeigt, die noch unseren Eltern Sicherheit und Verlässlichkeit boten: der tägliche Weg ins Büro? Der lebenslange Job? Die großen Unternehmensmarken? Die Altervorsorge? Marode oder hinfällig. Stattdessen erwartet uns ein Leben, das wir schon seit einigen Jahren vorgeschmeckt haben, das wirklich zu kosten uns aber immer zu risikoreich erschien. Ein Leben, das uns Freiheiten, Entscheidungsoptionen und Wege der Selbstverwirklichung eröffnet, die noch vor wenigen Jahren undenkbar waren


Meine Meinung zu diesem Buch:

Der Autor

Der in Berlin lebende Markus Albers ist freier Journalist und Sachbuchautor. Er schreibt unter anderem Beiträge für Monocle, Brand Eins und Die Zeit. Mit seinem letzten Buch “Morgen komm ich später rein” hat er einen Meilenstein hinsichtlich neuer Arbeitsformen für Festangestellte gesetzt: Die von ihm so genannte “Easy Economy”.

Das Buch

Markus Albers möchte den Beweis antreten, dass die in seinem Buch aufgestellten Thesen tatsächlich funktionieren: Nämlich Dinge verstärkt selbst in die Hand zu nehmen und auf herkömmliche Institutionen zu verzichten, also z.B. ein Buch ohne Verlag und Buchhandel zu veröffentlichen.

Aus diesem Grund erscheint “Meconomy” – zumindest vorläufig – nur in elektronischer Form als E-Book im PDF-Format oder als App fürs iPhone.
Nicht zuletzt ging es dem Autor aber auch um Geschwindigkeit. Eine klassische Veröffentlichung über einen Verlag hätte bedeutet, dass wir noch bis Herbst auf das Buch hätten warten müssen.

Auch wenn ich bisher kein sonderlicher Freund von elektronischer Literatur bin – in diesem Fall war das eine sehr gute Entscheidung.

Der Inhalt

Während “Morgen komm ich später rein” schwerpunktmäßig sozusagen die Befreiung der Festangestellten vom Alltagstrott im Büro zum Thema hatte, geht Albers in “Meconomy” einen Schritt weiter. Als Folge der gegenwärtigen Wirtschaftskrise macht sich bei vielen schmerzhaft die Erkenntnis breit, dass die vermeintliche Sicherheit einer Festanstellung alles andere als sicher ist. Große, alteingesessene Unternehmen verschwinden, und mit ihnen viele Arbeitsplätze.

In der Konsequenz freunden sich immer mehr Menschen mit dem Gedanken an eine berufliche Selbständigkeit an. Selbst im wenig risikofreudigen Deutschland scheint dies ein probates Mittel zu sein, das eigene Fortkommen zu sichern. Wenn ohnehin der Arbeitsplatz nicht sicher ist, dann kann man sein Leben auch gleich selbst in die Hand nehmen und etwas tun, was einem auch wirklich Spaß macht.

Wofür steht nun die “Meconomy” eigentlich? Es geht im Grunde genommen um den Trend zur Selbstverwirklung und Individualisierung. Es ist im Internet-Zeitalter viel einfacher als früher möglich, sein Hobby zum Beruf zu machen. Albers sieht die Chancen, die junge Startups angesichts der immer stärker zerbröckelnden klassischen Organisationsstrukturen haben. Die Eintrittsbarrieren für neue Unternehmen sind niedrig wie nie zuvor – was aber auch bedeutet, dass die Konkurrenz größer wird.

Das bringt auf der einen Seite mehr Freiheit, Selbstbestimmung und wahrscheinlich ein sinnerfüllteres Leben. Auf der anderen Seite aber auch – zumindest subjektiv empfunden – höhere Unsicherheit und größeres Risiko, als bisher. Wohlgemerkt: Subjektiv empfunden, denn auch die gewohnte Festanstellung ist mit Risiko verbunden. Daher ist es nötig, sich selbst als Marke zu positionieren, immer wieder neue Dinge zu lernen und – wie es auch im Untertitel des Buches heißt – sich neu zu erfinden.

Der Autor gibt aber auch offen zu, dass dieses neue, selbstbestimmte Leben nicht für jeden in Frage kommt. Die Meconomy wird die Gesellschaft in der Mitte spalten. Insbesondere für die “Kopfarbeiter”, die Kreativwirtschaft, bieten sich aber jetzt schon viele neue Möglichkeiten.

Albers hat für sein Buch mit vielen Größen der Meconomy gesprochen. Diese Interviews fügen sich locker und angenehm in die einzelnen Kapitel ein und verstärken den Eindruck, dass es sich eben nicht nur um einen weiteren theoretischen Lebenshilfe-Ratgeber handelt, sondern um ein gut recherchiertes und mit praktischen Beispielen unterfüttertes Buch.

Nicht zuletzt ein umfangreiches Link- und Literaturverzeichnis mit weiterführenden Informationen zu den Themen Arbeit, Mobilität und Selbstverwirklichung runden das positive Bild ab, das sich beim Lesen eingestellt hat.

Mein abschließendes Urteil

Das Buch hat wirklich Freude gemacht – auch wenn ich eigentlich gerne Papier zwischen den Fingern spüre. Es enthält soviele Denkanstöße und versprüht so viel Optimismus, und dies trotz – oder gerade wegen – der gelegentlichen durchaus selbstkritischen Anmerkungen des Autors. Für jeden, der sich über seine berufliche Zukunft und insbesondere über eine Selbständigkeit Gedanken machen will, ist das Buch eine Pflichtlektüre.

Fazit:
Ein großartiger Nachfolger von “Morgen komm ich später rein”. Positiv aufrüttelnd und motivierend. Man bekommt wirklich Lust, selbst etwas auf die Beine zu stellen!
 
Bewertung:

5 von 5 Lesezeichen

 
 
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Meconomy. Wie wir und Zukunft leben und arbeiten werden – und warum wir uns jetzt neu erfinden müssen. Von Markus Albers. 322 Seiten. Erschienen als E-Book und iPhone App.

Andere Infos und Rezensionen zu diesem Buch im Internet:

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Kommentare

2 Kommentare zu “Meconomy”

  1. Tweets die Buch-Rezension: Meconomy. Wie wir in Zukunft leben und arbeiten werden - und warum wir uns jetzt neu erfinden müssen. | Buch-Ratschlag erwähnt -- Topsy.com am Montag, 1. Februar, 2010 17:40

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Markus Albers, Martin Weiß erwähnt. Martin Weiß sagte: Neuer Artikel auf buch-ratschlag.de: Meconomy http://www.buch-ratschlag.de/meconomy [...]

  2. Eine Woche "Meconomy": Erstes Zwischenfazit (und ein paar Zahlen) - Buch, Albers, Markus, Verlag, Meconomy, E-Book, »Ein, Autor - Markus Albers — Journalist & Autor am Mittwoch, 3. Februar, 2010 08:50

    [...] »Ein großartiger Nachfolger von “Morgen komm ich später rein”. Positiv aufrüttelnd und motivierend. Man bekommt wirklich Lust, selbst etwas auf die Beine zu stellen!« — buch-ratschlag.de (5 von 5 Lesezeichen) [...]

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