Kopf schlägt Kapital

Ratgeber für (potentielle) Unternehmensgründer gibt es ja wie Sand am Meer. Warum habe ich ausgerechnet dieses Buch gekauft? Auch wenn es blöd klingen mag: 1. Ich fand die Aufmachung sehr ansprechend. 2. Ein erster Blick hinein sagte mir, dass dieses Buch anders ist.
Nicht, dass ich konkret über eine Unternehmensgründung nachdenken würde, aber irgendwie spukt der Gedanke dann doch immer mal wieder in mir herum…
Titel: Kopf schlägt Kapital. Die ganz andere Art, ein Unternehmen zu gründen. Von Günter Faltin.
Aus dem Inhalt:
Viele glauben zu wissen, wie es geht. Wenige tun es wirklich. Noch weniger sind damit erfolgreich. Etwas ist falsch an der Art, wie wir versuchen Unternehmen zu gründen. Dabei geht es auch ganz anders: Ein Ideen-Kunstwerk schaffen und das eigene Unternehmen aus vorhandenen, jedermann zugänglichen Komponenten zusammensetzen. Den Kopf freihalten für die wichtigen Fragen. Den Horizont im Auge behalten, statt in den Alltagsanforderungen unterzugehen.
Meine Meinung zu diesem Buch:
Dieses Buch ist erfrischend anders, als man es von einem Gründungs-Ratgeber erwarten würde. Günter Faltin ist Professor für Entrepreneurship an der Freien Universität Berlin. Sein Wissen beschränkt sich aber nicht auf die Theorie. Er hat selbst erfolgreich mehrere Unternehmen gegründet und spricht daher aus eigener Erfahrung.
Und obwohl er Hochschulprofessor ist, singt er kein Hohelied auf die klassische Betriebswirtschaftslehre, wie man zunächst vermuten könnte. Die übliche Meinung ist ja die, eine Geschäftsidee lediglich als Anstoß für eine Unternehmensgründung zu nehmen; der weitaus wichtigere Teil wird jedoch in den betriebswirtschaftlichen Funktionen wie Management, Rechnungswesen, Marketing – also der Business Administration – gesehen. Für den Gründer tritt damit fast zwangsläufig seine Idee in den Hintergrund, da er sich um die genannten Aufgaben selbst zu kümmern hat. Die Konsequenz: Extrem hohe zeitliche Belastung und Risiko, da man nicht in allen Bereichen Fachmann sein kann.
Günter Faltin vertritt eine völlig andere Auffassung. Eine sorgfältig durchdachte, “runde” Idee ist das Wichtigste. Er spricht in diesem Zusammenhang von einem “Ideenkunstwerk”. Es geht dabei nicht um eine bahnbrechende Erfindung oder technische Innovation oder einen vermeintlich genialen Einfall, sondern um das Ergebnis eines länger dauernden Prozesses, ein sorgfältig ausgearbeitetes schlüssiges Konzept für eine Problemlösung. Die oben genannten administrativen Funktionen sollten an entsprechende Spezialisten ausgelagert werden. Damit entsteht ein Unternehmen praktisch aus der Kombination von vorhandenen, bewährten Komponenten.
Die Vorteile: Das neu gegründete Unternehmen kann von Anfang an professionell auftreten, der Gründer kann sich voll auf die Optimierung und Abstimmung der Abläufe und die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells konzentrieren. Und Spaß dabei haben! Dass dieses Modell erfolgreich sein kann, wird mit konkreten Beispielen untermauert, wie z.B. der vom Autor gegründeten und offensichtlich höchst erfolgreichen “Teekampagne”.
Mir hat es großen Spaß gemacht, dieses kurzweilige Buch zu lesen. Es wirkt unheimlich anregend und motivierend, ohne auf platte “Tschaka – Du schaffst es”-Parolen zurückgreifen zu müssen. Absolut lesenswert!
Bei diesem Buch bekommt man wirklich Lust, selbst ein Unternehmen zu gründen!
Bewertung:
5 von 5 Lesezeichen
Kopf schlägt Kapital. Die ganz andere Art, ein Unternehmen zu gründen. Von der Lust, ein Entrepreneur zu sein.Von Günter Faltin. 248 Seiten. Erschienen im Hanser Verlag.
Andere Infos und Rezensionen zu diesem Buch im Internet:
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Mein Name ist Martin Weiß. Ich bin ein Büchernarr und schreibe hier meine ganz persönliche Meinung über Bücher, die ich für lesenswert halte. Und die ich tatsächlich auch selbst gelesen habe.
Viel Spaß!





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