Buch-Ratschlag

Gebrauchsanweisung für Kalifornien

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Rezension: Gebrauchsanweisung für Kalifornien
California Dreamin’ von “The Mamas & The Papas” klingt mir sofort im Ohr, wenn ich diesen Buchtitel lese. Unzählige Reiseführer sind über den Golden State veröffentlicht worden, den US-Bundesstaat, der bei vielen von uns sofortiges Fernweh auslöst und die Fantasie wie kaum ein anderes Ziel anregt.

Aber wir Deutsche brauchen bei allem Schwärmen natürlich auch einen gewissen Grad an Sicherheit, etwas, woran man sich festhalten kann, eine Bedienungsanleitung, eine Gebrauchsanweisung eben.

Titel: Gebrauchsanweisung für Kalifornien. Von Heinrich Wefing.

Aus dem Inhalt:

Mehr Amerika geht nicht. Wo jeder ein Fremder ist, der sich neu erfinden darf, und ein eingewanderter Filmheld den politischen Kurs vorgibt, wo USA, Mexiko und Asien nicht nur im Kochtopf verschmelzen, wo Hippies ihren Frieden mit dem Patriotismus gemacht haben, die Einkaufszentren, die Freiheiten und Sehnsüchte größer als irgendwo sonst auf der Welt sind: Welcome to the Hotel California!


Meine Meinung zu diesem Buch:

Der Autor

Heinrich Wefing: Journalist, Doktor der Rechtswissenschaften, Architekturkritiker, Buchautor. Der Mann ist offensichtlich sehr vielseitig. Er arbeitet momentan als Redakteur für die Wochenzeitung “Die Zeit”, schrieb aber auch schon für die F.A.Z., für die er als Korrespondent von 2002 – 2004 aus San Francisco berichtete. Entsprechende tiefergehende Kenntnisse über das Leben an der amerikanischen Westküste können also ohne weiteres vorausgesetzt werden. Im Jahr 2005 hat er dann das vorliegende Buch veröffentlicht, das mittlerweile in der dritten Auflage vorliegt.

Die Aufmachung des Buchs

“Gebrauchsanweisung für Kalifornien” ist eines der vielen Taschenbücher aus der bekannten Piper-Reihe “Gebrauchsanweisung für…”. Der Softcover-Umschlag hat die gewohnten Innenklappen, die sich auch als Lesezeichen mißbrauchen lassen – zumindest wenn das Buch nicht allzu dick ist. Das einfache Inhaltsverzeichnis gibt einen Überblick über die 17 Kapitel, die sich über die knapp 190 Seiten erstrecken. Auf einer kleinen Kalifornien-Karte, die noch vor dem Inhaltsverzeichnis liegt, kann man die Lage der Schauplätze der einzelnen Kapitel nachschlagen.

Der Inhalt

Wer schon mal eine dieser “Gebrauchsanweisungen” gelesen hat, weiß, dass es sich hier nicht um einen klassischen Reiseführer handelt. Vielmehr hält man eine Sammlung von Geschichten und Berichten in Händen, mit denen der Autor den Leser etwas an seinen eigenen Erfahrungen in Kalifornien teilhaben läßt.

Bereits die Einleitung, die den Titel “Der erste Augenblick” trägt, zieht einen in den Bann. Heinrich Wefing versteht es, mit witzigem Schreibstil die ersten Eindrücke in Worte zu fassen, die sich dem Neuankömmling in Kalifornien darbieten. Die schönen wie auch die nervigen Seiten. So zum Beispiel der Hindernislauf beim Abschließen eines Mobilfunkvertrages mangels einer “credit history”. Es geht weiter mit einigen Anekdoten zum Autowahnsinn und zu Einkaufserlebnissen in amerikanischen Supermärkten.

Das Buch ist aber nicht nur unterhaltsam, sondern auch sehr informativ: Im Kapitel über San Francisco (“Die zerzauste Schöne”) erfährt man einige Dinge über die Stadt, die nicht unbedingt in jedem Reiseführer nachzulesen sind. Wefing gibt darüber hinaus überraschende Einblicke in das kalifornische Justizsystem und wir erfahren, dass in dem in vielen Dingen lockeren und entspannten Staat die Gefängnisse überquellen.

Unbarmherzig geht der Autor mit Los Angeles ins Gericht. An dieser sich unablässig ausbreitenden Steinwüste läßt Wefing kaum ein gutes Haar. Wer selbst schon dort war, weiß wovon Wefing spricht. Natürlich darf auch ein Kapitel über Arnold Schwarzenegger und die politische Karriere des Governators nicht fehlen.

Nach einem Blick zurück in die Geschichte und einigen Ausführungen zur Familie Mann, die während des Zweiten Weltkriegs in Kalifornien lebte, geht es dann mit Umwelttehmen wieder zurück in die jüngere Vergangenheit und Gegenwart. Zum Schluß wagt Wefing noch einen Ausblick auf die Zukunft Kaliforniens, in der seiner Ansicht nach die spanische Sprache und die mexikanischen Einflüsse eine immer stärkere Bedeutung erlangen werden.

Mein abschließendes Urteil

Die Gebrauchsanweisung für Kalifornien ist ein sehr unterhaltsames und gleichzeitig informatives Buch über diesen US-Bundesstaat. Auch wenn einiges davon bekannt sein dürfte, der Autor gelegentlich zu Wiederholungen neigt und insbesondere bei den Kapiteln über die deutsche Literatur etwas langatmig wird, bereitet dieses Buch insgesamt ein paar kurzweilige Lesestunden.

Fazit:

Unterhaltsam und informativ, mit gelegentlichen Längen. Lesenswert!
 
Bewertung:

4 von 5 Lesezeichen

 

Gebrauchsanweisung für KalifornienHeinrich Wefing. 188 Seiten. Erschienen im Piper Verlag

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Ein Kommentar

  1. Danke für die interessante ausführliche Rezension. Werde das Buch bestimmt lesen.Mein Interesse ist völlig geweckt.

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