Eine Reise nach Neapel

Eine Reise nach Neapel
Dass ich gerne Bücher über Italien lese, dürfte an den bisher vorgestellten Titeln schon ersichtlich sein. Ein ganz spezielles Italien-Buch möchte ich heute vorstellen: Eine faszinierende Kombination aus Reiseführer, Sprachkurs und Unterhaltungslektüre.

Titel: Eine Reise nach Neapel – e parlare italiano. Reinhard Raffalt.

Aus dem Inhalt:

Jemand reist über den Brenner nach Italien – Neapel ist sein Ziel. Leider spricht er kein Wort Italienisch! Wie kann er sich auf mühelose Weise wenigstens soviel Sprachkenntnisse erwerben, dass er sich nicht wie ein Stummer zwischen Redenden bewegen muss?


Meine Meinung zu diesem Buch:
Ein Buch wie dieses hatte ich vorher noch nie in der Hand. Was ist so besonderes daran?
Zunächst einmal erschien es schon 1957 und ist seither in zig Auflagen unverändert neu verlegt worden (ich habe die 16. Auflage vor mir liegen). Ein Sprachführer, der sich seit 50 Jahren nicht verändert hat? Es ist kaum zu glauben, aber die italienische Sprache scheint hier wirklich zeitlos vermittelt zu werden.

Das Buch passt eigentlich in keine der bekannten Kategorien: Es ist kein Reiseführer im klassischen Sinn, auch ein Sprachkurs sieht eigentlich anders aus. Zumindest habe ich das bisher geglaubt. Reinhard Raffalt schafft es aber, den Leser auf eine fiktive Reise über die Alpen bis nach Neapel mitzunehmen und ihm dabei die vielen Sehenswürdigkeiten auf dem Weg dorthin näherzubringen. Und quasi nebenbei erlernt man die Grundzüge der italienischen Sprache und des Lebens(gefühls) in Italien an sich kennen.

Auf vielen kleinen Etappen wird der Reisende an die wichtigsten Wörter, deren genaue Aussprache und an praktische Einsatzmöglichkeiten herangeführt. Das Ganze ist aber nicht in die üblichen Lektionen eines Sprachkurses gefaßt, sondern kommt vielmehr als Reiseerzählung daher, in die man als Leser direkt eingebunden ist. Am Ende eines Kapitels findet sich dann ein Vokabelteil, der die gelernten Wörter der vorausgegangenen Reisestationen noch einmal zusammenfasst.

Es soll allerdings nicht der Eindruck entstehen, dass das Lernen der Sprache völlig ohne Fleiß geht: Die italienischen Textpassagen werden im Laufe des Buches immer umfangreicher, ebenso der Vokabelteil, um den man natürlich nicht ganz herumkommt.

Das Schöne und Ungewöhnliche an diesem Buch ist aber, dass es sich nicht nur um einen weiteren trockenen Sprachkurs handelt, sondern die Sprache eben spielerischer vermittelt wird und einem gleichzeitig die italienische Kultur und Lebensart auf unterhaltsame Weise näher gebracht wird. Und dass dabei hin und wieder eine Information aus den 50iger Jahren stammt, macht dieses Buch umso sympathischer.

Fazit:
Besser kann man sich auf eine Italien-Reise nicht vorbereiten. Das Buch macht Lust auf Land und Sprache. Nur ein wenig Ausdauer sollte man schon mitbringen.


Bewertung:

4 von 5 Lesezeichen

Eine Reise nach Neapel – e parlare italiano. Reinhard Raffalt. 480 Seiten. Erschienen im Prestel Verlag.

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Kommentare

Ein Kommentar zu “Eine Reise nach Neapel”

  1. Malediven Reisen am Donnerstag, 18. März, 2010 12:43

    Eine interessante Form des Sprachkurses. Ich denke, auf diese Weise wird das lernen zur Nebensache und die “Verankerung” vereinfacht. Ich werde mir das Buch kaufen. Vielen Dank für den Tipp!

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