Ein Jahr in der Toskana

Dieses Buch ist eines von mehreren aus der Serie “Reisen in den Alltag”, die alle ein Thema zum Inhalt haben: Ein Jahr in einem anderen Land zu verbringen und dabei den Alltag zu erleben. Da darf ein Buch über eine wunderschöne Region in Italien natürlich nicht fehlen – insbesondere nicht in meinem Bücherregal.
Titel: Ein Jahr in der Toskana – Reise in den Alltag. Von Andrea Thiele.
Aus dem Inhalt:
Malerische Dörfer, sonnenbeschienene Weinberge, uralte Städte und das Licht des Südens: Jedes Jahr verzaubert die Toskana Touristen aufs Neue. Wie aber ist es, dort zu leben? In den letzten Tagen des Sommers verlässt Andrea Thiele Hamburg und zieht zu ihrem Freund in die Toskana, in ein kleines Haus in einem Olivenhain. Das Abenteuer Alltag in Italien beginnt. Sie lernt ihre italienische Schwiegermutter fürchten, feiert Weihnachten, vermisst ihre Heizung, entdeckt die Geschichte von Florenz und beginnt italienische Männer zu verstehen. Ein wunderbares Buch über die Kunst des arrangiarsi, über Vespa fahren ohne Helm und das Geheimnis des Florentiner Bohneneintopfs.
Meine Meinung zu diesem Buch:
Die Journalistin Andrea Thiele ist ihrer Liebe gefolgt und von Hamburg nach Florenz gezogen. In zwölf Kapiteln beschreibt sie ihre Erlebnisse und Erfahrungen in ihrer neuen Heimat. Für jeden Monat gibt es ein eigenes Kapitel, so dass man wirklich durch ein komplettes Jahr geführt wird.
Es beginnt im September mit ihrem Einzug in ein zu einer Wohnung umgestaltetes Gewächshäuschen. Was sich zur warmen Jahreszeit noch sehr romantisch anfühlte, entwickelte sich über den Winter zum Albtraum: Keine Isolierglasfenster, die Heizung funktionierte nicht und der Wind pfiff durch alle Ritzen. Zwischendurch immer wieder die Erfahrungen mit der italienischen Bürokratie: Auch wenn man es sich kaum vorstellen kann, aber der italienische Amtsschimmel stellt unseren scheinbar noch in den Schatten. Die Beantragung der Arbeitserlaubnis, die Anmeldung beim Finanzamt oder Versuch, eine Telefonanschluss zu bekommen, erweisen sich als wahre Herausforderungen.
Das nächste Abenteuer, auf das uns Andrea Thiele mitnimmt, ist die Suche nach einer neuen Wohnung. Die sehr amüsant geschilderten Erlebnisse zeigen, dass die für uns Deutsche gewohnten Standards eben nicht überall selbstverständlich sind. Dafür wird deutlich, dass in Italien eben oft Improvisationstalent und gute Beziehungen mehr gefragt sind, als anderswo.
Nicht fehlen dürfen unterhaltsame Anekdoten über den ersten Kontakt mit der zukünftigen Schwiegermutter, der restlichen Familie in Spe, sowie den herzlichen Begegnungen mit den Freunden Ihres Partners. Und dass die Autorin nebenbei auf der Suche nach Räumlichkeiten für einen Qigong-Kurs ist, dabei mit der Steuerfahndung und dem Finanzamt in Kontakt kommt, aber sich alles immer irgendwie zum Guten wendet, macht dieses Land und die Leute umso liebenswerter.
Liebesgeschichte, Auswanderungsratgeber und guter Unterhaltungsroman in einem. Andrea Thiele hat es geschafft, auf knapp 200 Seiten eine Geschichte zu Papier zu bringen, die Lust auf Italien macht, ohne die Ecken und Kanten des Lebens dort unter den Tisch zu kehren. Absolut lesenswert und sehr unterhaltsam. Ein Muß für alle Italien-Fans!
Bewertung:
4 von 5 Lesezeichen
Ein Jahr in der Toskana – Reise in den Alltag. Andrea Thiele. Erschienen im Herder Verlag. 192 Seiten
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Mein Name ist Martin Weiß. Ich bin ein Büchernarr und schreibe hier meine ganz persönliche Meinung über Bücher, die ich für lesenswert halte. Und die ich tatsächlich auch selbst gelesen habe.
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