Wer erinnert sich nicht an “Die Zeitmaschine” und die Geschichte der friedlichen Eloi und der bösen Morlocks? Der Schriftsteller H.G. Wells, war mit seinem berühmten Werk 1895 Mitbegründer des Science Fiction Romans.
In dem vorliegenden Buch “Die Landkarte der Zeit” wird er dem Leser in einer unerwarteten Rolle begegnen.
Titel: Die Landkarte der Zeit. Von Félix J. Palma.
Aus dem Inhalt:
London, 1896: Andrew, ein wohlhabender Fabrikantensohn, reist in die Vergangenheit, um seine große Liebe wiederzugewinnen. Die junge Claire macht eine Zeitreise aus dem viktorianischen London ins Jahr 2000 und trifft den Mann, den sie in der Zukunft lieben lernte, in ihrer Zeit wieder. Inspektor Garret jagt einen Mörder, der seine Opfer mit Waffen tötet, die noch gar nicht erfunden wurden. Alle Fäden laufen bei einem dämonischen Bibliothekar zusammen. Nur er kennt das Geheimnis der Landkarte der Zeit. Ein Fest der Phantasie, in dem der Leser Jack the Ripper begegnet und H.G. Wells, den Erfinder der Zeitmaschine, in einer völlig überraschenden Rolle kennenlernt.
Meine Meinung zu diesem Buch:
Der Autor
Der Spanier Félix J. Palma ist eigentlich ein gelernter Werbekaufmann. Seine Erzählungen und Romane sind jedoch so erfolgreich, dass er in diesem Beruf nie arbeitete. Der 1968 in Sanlúcar de Barrameda geborene Schriftsteller lebt heute in Madrid. Das vorliegende Buch wurde in über 20 Sprachen übersetzt und brachte Palma den Preis “Premio Ateneo de Sevilla” ein.
Die Aufmachung des Buchs
Die wunderschöne Aufmachung des Buchs war der Hauptgrund dafür, warum es mir in der Buchhandlung sofort ins Auge fiel: Die gesamte Vorderseite wird von einem Ziffernblatt eingenommen, auf welchem die Zeiger fehlen und die Ziffern rückwärts angeordnet sind – ein passendes Motiv für das Thema Zeitreisen, wie ich finde. Dazu ein Titel in einer auf alt gemachten, verblassenden Schrift und das Ganze in Braun- und Ockertönen gehalten – sehr schön gemacht.
Dass es sich bei dem Buch um ein gebundenes Hardcover handelt, welchem auch noch ein Lesebändchen spendiert wurde, wertet den mehr als 700 Seiten starken Schmöker nochmal auf. Insgesamt ein optischer Augenschmaus, der eine Zier für ein jedes Bücherregal ist.
Der Inhalt
Wie dem Klappentext schon zu entnehmen ist, handelt es sich um einen Roman mit vielen verschiedenen Handlungssträngen, die zunächst nur wenig bis nichts miteinander zu tun haben scheinen. Ein Fabrikantensohn, der seine Geliebte vor den Untaten von Jack the Ripper erretten will; eine Agentur, die im 19. Jahrhundert Zeitreisen anbietet; eine moderne junge Frau, die mit ihren Ansichten ihrer Zeit im viktorianischen London voraus ist und sich in einen General aus der Zukunft verliebt; ein Polizei-Inspektor, der eine seltsame Mordserie aufzuklären versucht.
Und doch schafft es der Autor, die einzelnen Fäden so geschickt miteinander zu verknüpfen, dass sie am Ende zu einem Gesamtbild verschmelzen. Scheinbar klare Sachverhalte nehmen für den Leser immer wieder unerwartete Wendungen und es wird erst zum Schluß des Buchs klar, was Wahrheit und Erfindung ist.
Die ganze Geschichte spielt in einer Zeit, in der ein neues Buch-Genre erfunden wurde: Der Wissenschaftsroman. Die berühmtesten Vertreter aus dieser Zeit sind Jules Verne und H.G. Wells. Gerade letzterer spielt eine wesentliche Rolle in diesem Roman und wird dem Leser in einem ganz neuen und unerwarteten Licht vorgestellt.
Durch die Handlung des Buchs wird man von einem imaginären Erzähler geführt, der als einziger die gesamte Wahrheit zu kennen scheint und mit seiner amüsanten, belehrenden Art den Handlungsfluss vorantreibt.
Mein abschließendes Urteil
Félix J. Palma ist es gelungen, in seinem sehr unterhaltsamen Roman viele kleine ungewöhnliche Geschichten wie ein Puzzle so zusammenzuführen, dass am Ende ein gelungenes Bild dabei heraus kommt. Auch wenn es vom Umfang her mit über 700 Seiten alles andere als ein Leichtgewicht daherkommt, hatte ich das Buch ziemlich schnell ausgelesen – es war einfach schön zu lesen. Die gelungene Mischung aus phantastischem Abenteuerroman, gewürzt mit ein paar Liebesgeschichten und verpackt in einen Krimi sorgte bei mir für ein kurzweiliges Lesevergnügen.
Fazit:
Ein ungewöhnlicher, doch sehr unterhaltsamer und kurzweiliger Roman. Leseempfehlung!
Bewertung:
4 von 5 Lesezeichen
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Andere Infos und Rezensionen zu diesem Buch im Internet:
- Buchbesprechung bei Papiergeflüster
- Rezension im Literatur-Blog
- Beim Rohwolt Verlag gibt’s eine Leseprobe zur “Landkarte der Zeit”
- Die “offizielle” Seite zum Buch
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