Der Turm


Dieses Buch habe ich kürzlich geschenkt bekommen. Der Klappentext hört sich interessant an, das Buch steht in den Bestseller-Listen weit oben und der Autor erhielt dafür den Deutschen Buchpreis. Kann also offensichtlich so schlecht nicht sein …

Titel: Der Turm. Von Uwe Tellkamp.

Aus dem Inhalt:

Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der “süßen Krankheit Gestern” der Dresdner Nostalgie, entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze – oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen entwirft Uwe Tellkamp ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben, der den Turm mit sich reißen wird.


Meine Meinung zu diesem Buch:
Was soll ich sagen? So neugierig, wie mich das Buch und das Thema gemacht haben, so enttäuscht bin ich darüber nach der (unvollendeten) Lektüre. Los geht’s in dem fast 1000 Seiten starken Werk mit einer so genannten Ouvertüre, bei der ich nun so gar nicht wußte, was uns der Autor damit sagen möchte – eine verwirrende Aneinanderreihung von schwulstigen Sätzen in einer Sprache, die meiner Vorstellung von einem Drogenrausch recht nahe kommt.

Die eigentliche Geschichte ist dann zwar nicht mehr ganz so nebulös forumliert – nichtsdestotrotz ist der Schreibstil von Uwe Tellkamp unheimlich anstrengend. Sehr ausschweifende Formulierungen sowie teils bis zu einer halben Seite lange Schachtelsätze, deren Sinn sich manchmal erst nach mehrmaligem Lesen erschließt.

Der Roman handelt vom Leben der verschiedenen Hauptpersonen in der DDR in den letzten 7 Jahren vor dem Mauerfall. Die geschilderten Ereignisse sind gelegentlich sehr interessant und hinterließen bei mir, einem “Wessi”, schon das eine oder andere ungläubige Stirnrunzeln in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um die 80iger Jahre des letzten Jahrhunderts handelt und nicht um die unmittelbare Nachkriegszeit. So z.B. die anscheinend gängige Praxis der Zuteilung von Wohnungen von staatlicher Seite oder der Gemeinschaftstelefonanschluss für mehrere Familien nach “nur” 15jähriger Wartezeit.

Trotz dieser vereinzelten inhaltlichen Lichtblicke fand ich das Buch insgesamt sehr anstrengend zu lesen – ich kam einfach in keinen Lesefluß. Es kommt keine Spannung auf, noch konnte ich so recht einen roten Faden entdecken. Positiv: Dem Buch liegt ein Lesezeichen bei, auf dem die wichtigsten Figuren und deren Beziehung zueinander aufgeführt sind. Das erleichert gerade am Anfang den Überblick.

Leider konnte das nichts daran ändern, dass ich das Buch – und so etwas passiert mir praktisch sonst nie – nach 250 zähen Seiten beiseite gelegt habe. Es kam keine Lesefreude auf, und das ist es schließlich, was ich mir von einer guten Lektüre erwarte. Den ganzen Medienrummel und die Lobhudeleien der Kritiker kann ich leider beim besten Willen nicht nachvollziehen.

Fazit:
Anstrengend und langatmig. Hat meinen Geschmack leider überhaupt nicht getroffen. Macht sich aber gut im Bücherregal.

Bewertung:

1 von 5 Lesezeichen

Der Turm. Von Uwe Tellkamp. 976 Seiten. Erschienen im Suhrkamp Verlag.

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