Denken hilft zwar, nützt aber nichts

Denken hilft zwar, nützt aber nichts
Ein vielversprechender Titel, der uns eigentlich was genau sagen will? Ein Blick in den Klappentext bringt etwas Klarheit: Wir halten uns meist für sehr schlau in unseren täglichen Handlungen und Entscheidungen. Dass aber genau das Gegenteil der Fall ist, gibt jedoch keiner von uns gerne zu. Und trotzdem ist es so.

Titel: Denken hilft zwar, nützt aber nichts. Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen. Von Dan Ariely.

Aus dem Inhalt:

Mal ehrlich: Viele von uns werden schon Sonderangebote aus ihren Einkaufstaschen gezogen haben, die absolut nicht benötigt werden. Oder wir sind in einem Katalog der verlockend angepriesenen Reise nach Rom erlegen, obwohl wir ursprünglich doch nach Paris wollten. Warum sind wir nicht unseren eigenen Wünschen gefolgt? Wie wurde unsere Entscheidung gelenkt?


Meine Meinung zu diesem Buch:
Dan Ariely ist Verhaltensforscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT). In diesem Buch zeigt er uns, dass wir fast immer irrationale Entscheidungen treffen, obwohl wir davon überzeugt sind, höchst rational zu handeln.

In vielen kleinen Experimenten weist er mit wissenschaftlichen Methoden nach, was keiner freiwillig zugeben würde: Nämlich dass wir in unserem Handeln sehr vorhersehbar und damit leicht manipulierbar sind. Keine Angst, bei dem Buch handelt es sich um kein akademisches Lehrbuch, auch wenn viele seiner Experiment im akademischen Umfeld stattfinden. Vielmehr ist es eine unterhaltsame Lektüre, die uns immer wieder den Spiegel vorhält und bei mir zu vielen Aha-Erlebnissen geführt hat.

Ob es nun um kleine oder auch größere Kaufentscheidungen geht, um die ewige Aufschieberitis oder auch um Moral und Ehrlichkeit – immer wieder treffen wir Entscheidungen, von deren Richtigkeit und Rationalität wir überzeugt sind. Und doch ist genau das Gegenteil der Fall. Insbesondere bei sogenannten Gratis-Angeboten tappen wir immer wieder in die Falle, ohne zu bemerken, dass Gratis eben meistens doch etwas kostet.
Die von Ariely aufgeführten Beispiele sind so nachvollziehbar und entlarven geradezu erschreckend die Vorhersehbarkeit unserer Entscheidungen:

Ariely verwendet dabei einen höchst amüsanten und kurzweiligen Schreibstil, welcher die dreizehn Kapitel zu einem echten Lesevergnügen werden läßt. Er beschränkt sich aber nicht auf die reine Beschreibung seiner Erkenntnisse, sondern zieht als guter Wissenschaftler daraus Schlüsse und gibt konkrete Handlungsempfehlungen ab.

Ein umfangreiches Verzeichnis zu Quellen und weiterführenden Arbeiten zu jedem Kapitel rundet das Buch ab.

Fazit:
Eine klare Leseempfehlung, nicht nur für Hobby-Psychologen!
 
Bewertung:

5 von 5 Lesezeichen

 
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Denken hilft zwar, nützt aber nichts: Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffenDan Ariely. 320 Seiten. Erschienen im Droemer/Knaur Verlag

Andere Infos und Rezensionen zu diesem Buch im Internet:

Kommentare

Ein Kommentar zu “Denken hilft zwar, nützt aber nichts”

  1. Buch-Rezension: Free - Kostenlos: Geschäftsmodelle für die Herausforderungen des Internets | Buch-Ratschlag am Samstag, 7. November, 2009 17:55

    [...] wird ein viel größerer Konsumentenkreis erreicht (zu diesem Thema empfehle ich übrigens das Buch “Denken hilft zwar, nützt aber nichts” von Dan [...]

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