
Der dritte Teil der Robert Langdon-Saga ist endlich da! Dan Brown ist ja für spannende und kurzweilige Unterhaltung bekannt und die Fans von Illuminati und Sakrileg haben auf den Nachfolger lange warten müssen.
Mittlerweile kommt man ja in keiner Buchhandlung mehr an diesem Titel vorbei. Aber hat sich das Warten auch wirklich gelohnt?
Titel: Das verlorene Symbol Von Dan Brown.
Aus dem Inhalt:
Washington, D.C.: In der amerikanischen Hauptstadt liegt ein sorgsam gehütetes Geheimnis vorborgen, und ein Mann ist bereit, dafür zu töten. Doch dazu benötigt er die Unterstützung eines Menschen, der ihm freiwillig niemals helfen würde: Robert Langdon, Harvard-Professor und Experte fürdie Entschlüsselung und Deutung mysteriöser Symbole. [...] Zwölf Stunden bleiben Robert Langdon, diese Aufgabe zu erfüllen. Danach wird die Welt, die wir kennen, eine andere sein.
Meine Meinung zu diesem Buch:
Der Autor
Zum Schriftsteller Dan Brown muß man wohl nicht mehr viel sagen. Weniger bekannt sein dürfte, dass er sich auch schon als Sänger und Liedermacher betätigt hatte. 1995 hängte er diese Karriere allerdings zugunsten der Schreiberei an den Nagel. Darüberhinaus war er als Produzent der Verfilmungen von Illuminati und Sakrileg beteiligt.
Die Aufmachung des Buchs
Die äußere Aufmachung des Buchs paßt in die Reihe der beiden Vorgänger “Illuminati” und “Sakrileg”: Schwarzes Cover, rotes Titelbild und roter Schriftzug – keine große Überraschung also. Was ich allerdings nicht verstehe: Warum ist die Rückenbeschriftung bei diesem Buch von oben nach unten, bei den anderen Dan Brown-Bänden jedoch genau andersrum? Man steht immer vor dem Bücherregal und legt den Kopf einmal nach links, dann wieder nach rechts, um alle Titel zu lesen. Liebe Verlage: Denkt sich bei Euch eigentlich irgendjemand etwas dabei, oder was soll diese unfreiwillige Nackengymnastik? Könnte man sich nicht auf eine “Laufrichtung” festlegen?
Beim Umfang hat der neueste “Dan Brown” nochmal kräftig zugelegt: Satte 765 Seiten hat das Werk in der gebundenen Ausgabe, das sind fast 150 Seiten mehr als “Sakrileg”. Schön wäre es da gewesen, wenn man noch einen Lesefaden spendiert hätte. Was man bei einem recht saftigen Preis von 26 Euro durchaus hätte erwarten können.
Der Inhalt
Um gleich die eingangs gestellte Frage (“Hat sich das Warten gelohnt”) zu beantworten: Ich finde schon. Über die Weihnachtsfeiertage habe ich mir das Werk zu Gemüte geführt und empfand zu keiner Zeit Langeweile.
Das Buch ist untergliedert in 133 Kapitel, plus Prolog plus Epilog. Die vielen und dadurch recht kurzen Kapitel werden von Dan Brown geschickt genutzt, um über das ganze Buch hindurch immer wieder neue Spannungsbögen aufzubauen. Brown ist ein Meister im Einsatz von Cliffhangern, aber das kennt man ja schon aus seinen vorangegangenen Werken.
Die Handlung ist dieses Mal in die US-Hauptstadt Washington verlegt worden. Auch hier geht es wieder um die raffinierte Vermischung von Fakten und Fiktion, um Verschwörungstheorien und Geheimbünde, und um eher weniger bekannte Informationen zur amerikanischen Geschichte und zu den Gründervätern. Ein große Rolle spielt dabei der Bund der Freimaurer.
Dan Brown greift auf bewährte Handlungselemente zurück: Geheime Codes, die es zu entschüsseln gilt, eine schöne Wissenschaftlerin, die die Hauptfigur begleitet und natürlich ein Psychopath, der sein krankes Spiel treibt. Es gibt viele unerwartete Wendungen und auch wenn die Geschichte manchmal etwas unglaubwürdig wird, vermag sie den Leser bis zum Schluß zu fesseln.
Mein abschließendes Urteil
Brown versteht es auch hier wieder, die Spannung über viele Kapitel hochzuhalten und auszureizen. Wer die beiden Vorgängergeschichten gelesen hat, wird hier viel Bekanntes wiedererkennen. Lediglich der Schluß ist meines Erachtens unnötig in die Länge gezogen worden. Insgesamt hätte man das Buch um 100 Seiten eindampfen können, ohne das dies der Handlung und Spannung geschadet hätte. Trotzdem: Ein spannender Thriller, dessen Unterhaltungswert lediglich durch den hohen Preis von 26 Euro getrübt wird.
Fazit:
Gute und spannende Unterhaltung, aber sehr lang und sehr teuer.
Bewertung:
4 von 5 Lesezeichen
Das verlorene Symbol
Dan Brown. 765 Seiten. Erschienen im Gustav Lübbe Verlag
Andere Infos und Rezensionen zu diesem Buch im Internet:
- Rezension von “Das verlorene Symbol” bei Read it!
- Buchbesprechung “Dan Brown: Das verlorene Symbol” bei Literaturzeitschrift.de
- Buchkritik “Das verlorene Symbol” auf Scherzinfarkt
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16. Januar 2010 um 15:03 Uhr
Hallo und Besten Dank für die Rezension!
Meine Mutter hat das Buch zu Weihnachten geschenkt bekommen und ich stehe schon in der Warteschlange als Zweitleser, daher interessiert mich natürlich die Meinung der anderen Leser. Da ich (natürlich) auch schon den ‘DaVinci Code’, ‘Illuminati’ und ‘Deception Point’ (im Original) gelesen habe, bin ich schon sehr gespannt auf die Lektüre. Zwar kommen Dan Browns Bücher beim breiten Publikum unheimlich gut an – und was den Spannungsbogen angeht, kann ich hier nur zustimmen – aber was die Beschreibung seiner Charaktäre angeht, greift er für meinen Geschmack etwas zu sehr in die Stereotypenkiste. Ebenso die superkurzen Kapitel, die stets mit einem Cliffhanger enden, nerven mich auf die Dauer. Dennoch, das Ganze macht in gewissem Maße süchtig und so freue ich mich auf die Lektüre.
Viele Grüße,
Harald
P.S. Da Du explizit die Aufmachung der Bücher besprichst, würde mich auch interessieren, ob es sich bei gebundenen Ausgaben um einen Pappband, Leinen, Halbleder, usw. handelt oder ob ein Buch auch ein Lesebändchen oder ähnliche Ausstattungselemente enthält.
17. Januar 2010 um 14:28 Uhr
Hallo Harald,
Danke für Dein Feedback. Die Charaktere sind natürlich bis zu einem gewissen Grad vorhersehbar und auch über die kurzen Kapitel läßt sich sicherlich streiten. Aber das ist eben Dan Browns Stil und – ja – es kann schon süchtig machen. Auf jeden Fall hatte ich das Buch rasend schnell durch
Deine Anregung hinsichtlich mehr Infos zu Beschaffenheit und Ausstattung greife ich zukünftig gerne auf.
Grüße,
Martin
22. Januar 2010 um 09:20 Uhr
Das Buch habe ich noch nicht gelesen, bin aber sehr gespannt darauf. Die Bücher von Dan Brown finde ich genial!
13. Juli 2011 um 10:23 Uhr
Wieder, oder erst recht, ein echter Dan Brown, „Das verlorene Symbol“ spannend vom Anfang bis zum Ende. Dass sich manche Verschwörungstheoretiker, oder Kirchentreue daran stören, kann nur als Qualitätssiegel gelten. Die einzige Empfehlung zum Buch kann nur lauten: “Bevor man es zum ersten mal öffnet, sollte man genügend Zeit einplanen, denn wer einmal angefangen hat es zu lesen, wird nicht mehr damit aufhören”. Gruß Carina