Das Ende der Ausreden

Ja, ich gebe es zu. Auch ich benutze hin und wieder Ausreden. Warum wohl hätte ich sonst dieses Buch in die Hand genommen? Aber sie sind manchmal so praktisch, gehen so selbstverständlich über die Lippen, machen das Leben manchmal scheinbar leichter. Kann man dagegen wirklich immer etwas machen? Also kurz mal die Einleitung überflogen und richtig neugierig auf das Buch geworden…
Titel: Das Ende der Ausreden. Von Brigitte Roser.
Aus dem Inhalt:
Ein glückliches und sinnvolles Leben, davon träumen wir alle. Doch statt zu handeln, sagen wir “Das geht jetzt nicht, weil …” und treten auf der Stelle. “So bin ich eben”: Dieser Satz spricht zwar für Selbsterkenntnis, nicht aber für den Willen zur Veränderung. Dabei ist es möglich, die Dinge anzupacken, mutiger zu werden, sich weiterzuentwickeln – wenn wir endlich aufhören, uns herauszureden.
Meine Meinung zu diesem Buch:
Eins vorweg: Auch wenn auf dem Buchumschlag “Brigitte Buch” steht und das Bild einer bekannten Frauenzeitschrift sofort vor dem geistigen Auge auftaucht, handelt es sich keineswegs um ein Frauenbuch. Auch die Herren der Schöpfung können es ganz unbesorgt zur Hand nehmen und sich darin vertiefen.
Warum benutzen wir so oft Ausreden und was steckt eigentlich dahinter? Die Autorin Brigitte Roser ist Psychologin und Unternehmensberaterin. Sie erläutert erst die unterschiedlichen Motive für Ausreden und dringt dann in die Tiefen der unterschiedlichen Verhaltensmuster ein. Dabei benutzt sie ein Klassifizerungssystem namens Enneagramm, welches dabei hilft, die eigene Persönlichkeit und die Beweggründe des eigenen Handelns besser zu verstehen.
Das Enneagramm war für mich neu und es macht unheimlich Spaß, sich näher damit zu beschäftigen – sofern man sich auf etwas “Psycho” einlassen möchte.
Keine Angst, es handelt sich nicht um einen hochwissenschaftlichen Ratgeber. Der Schreibstil ist sehr angenehm, die Vermittlung des Wissens erfolgt anhand vieler Beispiele, in denen man sich immer wieder selbst erkennt. Was mir besonders gut an dem Buch gefällt, sind die konkreten Verhaltenstipps und Vorschläge, die man unterbreitet bekommt. Es geht also nicht um den erhobenen Zeigefinger, sondern im positiven Sinn um die Möglichkeiten, die einem aufgezeigt werden, um aus der eigenen Ausreden-Falle zu entkommen.
Sätze wie “Ich bin eben so” oder “Das macht man aber nicht” kennen wir alle, Phrasen wie “Wo kommen wir denn dahin”, “Da braucht man gar nicht drüber zu diskutieren” oder “Da kann man nichts machen!” begegnen einem jeden Tag. Dieses Buch hilft einem besser zu verstehen, was dahintersteckt und wie man Dinge/sich selbst ändern kann.
Sicherlich wäre die Vorstellung, nach der Lektüre ein Ausreden-freier Mensch zu sein, etwas vermessen. Es erfordert Kraft, Bewußtsein und Ausdauer, an sich zu arbeiten. Aber dieses Buch kann sicherlich einen Anstoß dazu geben.
Eine aufschlußreiche Reise in die eigenen Abgründe
Bewertung:
4 von 5 Lesezeichen
Das Ende der Ausreden: Was alles möglich wird, wenn wir nur wollen
Brigitte Roser. 350 Seiten. Erschienen im Diana Verlag.
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Mein Name ist Martin Weiß. Ich bin ein Büchernarr und schreibe hier meine ganz persönliche Meinung über Bücher, die ich für lesenswert halte. Und die ich tatsächlich auch selbst gelesen habe.
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