Buch-Ratschlag

Brouillé

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Brouillé. Mosaik eines Kriminalfalles am Vorabend der Französischen Revolution.
Ein historischer Kriminalroman? Das war bisher nicht unbedingt meine bevorzugte Literaturgattung. Und trotzdem landete dieses Buch in meinen Händen und bereits nach wenigen Seiten merkte ich, dass es im positivsten Sinne ein außergewöhnliches Werk ist.

Man kann also ruhig gelegentlich etwas Neues ausprobieren…

Titel: Brouillé. Mosaik eines Kriminalfalles am Vorabend der Französischen Revolution. Von Richard K. Breuer.

Aus dem Inhalt:

Frankreich. März 1789. Marquis d’Angélique erfährt von einer außergewöhnlichen Teufelei im Schloss des Vicomte de Moucel. Gemeinsam mit dem polnischen Gelehrten Aleksander Mickiewicz und dem jungen amerikanischen Hitzkopf Thomas Duport begibt er sich zum Schloss Vallée-Chessy. Dort erfahren die drei vom rätselhaften Tod des alten Gutsverwalters, erstellen mit den Bauern der verhassten Gemeinde Clichy-sous-Bois die Beschwerdehefte, untersuchen das seelenlose Wasser einer kleinen Quelle im Wald von Vaujours und werden Zeugen einer Entführung. Bald schon bemerken sie, dass im Schloss nichts ist, wie es scheint. Aber jede Wahrheit kommt ans Licht.


Meine Meinung zu diesem Buch:

Der Autor

Richard K. Breuer ist ein Wiener Schriftsteller, Designer, Blogger, Comic-Texter und und und. Was besonders erwähnenswert ist: Er veröffentlicht seine Bücher in Eigenregie, das heißt, er ist nicht nur Autor, sondern gleichzeitig auch Verleger. Wer mehr über ihn erfahren möchte, sollte sich seine gelungene Homepage ansehen.

Die Aufmachung des Buchs

“Brouillé” ist als Taschenbuch erschienen, die Umschlagseiten lassen sich innen nochmal aufklappen und verleihen dem Buch dadurch einen hochwertigen Anschein. Das liebevoll gestaltete Äußere läßt erahnen, dass der Autor viel Wert auf Details legt. Da, wie oben schon erwähnt, das Buch im Eigenverlag erschienen ist, hat Richard K. Breuer die Gestaltung natürlich voll in der Hand.

Neben einem Inhaltsverzeichnis wird am Anfang des Buches auch eine Übersicht der wichtigsten Personen geboten, was ich persönlich immer sehr angenehm finde, insbesonder wenn es sich um viele Charaktere mit obendrein ungewöhnlichen Namen handelt. Abgerundet wird das Ganze noch durch ein Anmerkungsverzeichnis am Ende des Buches. Hier finden sich Erläuterungen und geschichtliche Hintergrundinformationen zu den einzelnen Kapiteln, die auf mich einen gut recherchierten Eindruck machen.

Insgesamt ein optisch sehr ansprechendes Taschenbuch.

Der Inhalt

Brouillé ist der zweite Band einer vierteiligen Serie. Band 1 mit dem Titel “Die Liebesnacht des Dieners Tiret” ist bereits vor ca. 2 Jahren erschienen. Wie der Autor aber im Klappentext hinweist und ich auch bestätigen kann, ist es für das Verständnis des zweiten Bandes aber nicht notwendig, auch den ersten Teil gelesen zu haben. Die Bände 3 und 4 sind in Vorbereitung.

Der Inhalt wurde ja eingangs schon grob umrissen, viel mehr soll hier auch nicht verraten werden. Es handelt sich um einen Kriminalroman, der in Frankreich kurz vor der Französischen Revolution spielt. Die Hauptfiguren werden vom Autor sehr liebevoll und sorgfältig gezeichnet, so dass die Charaktere deutlich vor dem geistigen Auge erscheinen. Ein etwas eigenwilliger polnischer Gelehrter, der gegen seinen Willen inkognito auftritt, sowie ein tollpatschiger Amerikaner sind mit der Aufklärung der merkwürdigen Ereignisse betraut und sorgen für Spannung und Heiterkeit beim Leser.

Richard K. Breuer hat in seiner Geschichte nicht nur Sinn für Kriminalistik und Geschichte bewiesen, sondern sorgt mit treffsicher dosiertem Humor für gute Unterhaltung. Ich fühlte mich gelegentlich an Hercule Poirot von Agatha Christie erinnert. Die dabei verwendete Sprache ist an die damalige Zeit angepaßt, ohne irgendwie übertrieben zu wirken.

Die sorgfältig entwickelte Handlung mündet schließlich in ein rasantes Finale, welches für den Leser einige wirklich unerwartete Wendungen bringt!

Mein abschließendes Urteil

Die leichten Bedenken, die ich mit diesem Buch zunächst hatte – ich lese normalerweise keine historischen Romane oder Krimis – wurden nach kürzester Zeit zerstreut. Die schöne Sprache, gut beschriebene Charaktere und nicht zuletzt ein überraschendes Ende machten das Lesen wirklich zu einem kurzweiligen Vergnügen.

Noch eine kleine Ergänzung zum Schluß:
Für den dritten Band (“Madeleine”) hat der Autor ein kleines “Kunstprojekt” gestartet und sucht dazu insgesamt 99 Förderer.

Deshalb ist jeder, der in dieser Gruppe der 99 eingetragen wird, verantwortlich dafür, dass die Sache zum Erfolg gerät. Im besten aller Fälle, wenn das Taschenbuch im Postkasten liegt, wenn man es zum ersten Mal aufschlägt, darin blättert, dann darf sich jedes Mitglied sagen, dass MADELEINE ohne seinem Zutun nicht in dieser Form zustande gekommen wäre. Er wird das Buch anderen ihm bekannten, lieben Menschen zeigen und ihnen die Geschichte erzählen, die Geschichte der 99. Und er wird sich gut fühlen.

Wer Näheres dazu wissen oder sich an dieser ungewöhnlichen Idee beteiligen möchte, sollte sich diese Seite ansehen.

Fazit:

Klare Leseempfehlung. Auch für Geschichts- und Französischmuffel!
 
Bewertung:

5 von 5 Lesezeichen

 

Brouillé: Mosaik eines Kriminalfalles am Vorabend der Französischen Revolution 2. Cahiers De Doléances – 1789Richard K. Breuer. 350 Seiten. Erschienen im Eigenverlag

Andere Infos und Rezensionen zu diesem Buch im Internet:

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4 Kommentare

  1. Merci beaucoup für diese tolle Rezension, Martin. Als Eigenverleger wird man ja von den Profi-Kritikern geflissentlich übersehen.

    Wer sich einen ersten Eindruck von Layout und Text des Taschenbuches machen möchte, der kann auf amazon in das erste Kapitel hineinblättern (“Search Inside”).

    Band I “Die Liebesnacht des Dichters Tiret” gibt es übrigens noch für kurze Zeit als gratis-ebook (PDF, epub, mobipoccket)im beam e-book shop.

    Servus aus Wien
    Richard

  2. Pingback: Das El Dorado der Rezensionen « richard k. breuer

  3. Pingback: Brouillé

  4. Pingback: Ein Kriminalfall wird zum Kammerspiel | indiebookblog

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