Briefe in die chinesische Vergangenheit

Briefe in die chinesische VergangenheitBriefe in die chinesische Vergangenheit
Das erste Buch, das ich in meinem Blog vorstellen möchte, hat mir eine liebe Kollegin geschenkt. Und ich kann nur sagen, sie hat meinen Geschmack sehr gut getroffen!

Titel: Briefe in die chinesische Vergangenheit. Von Herbert Rosendorfer.

Zitat vom Buchrücken:

Ein chinesischer Mandarin aus dem 10. Jahrhundert gelangt mittels einer Zeitmaschine in das heutige München und sieht sich mit dem völlig anderen Leben der “Ba Yan” konfrontiert …


Meine Meinung zu diesem Buch:

Ich muss zu meiner Schande gestehen, vorher noch nie von diesem Buch gehört zu haben, obwohl es erstmals schon 1986 erschienen ist. Aber der Klappentext dazu hat mich wirklich neugierig gemacht und ich habe das Buch regelrecht verschlungen.

Besagter Mandarin aus dem 10. Jahrhundert hat nicht nur einen Zeitsprung gemacht, sondern auch einen räumlichen Sprung. Dessen ist er sich anfangs aber nicht bewußt, und so ist er lange Zeit schockiert, wie sich sein geliebtes chinesisches Reich in den 1000 übersprungenen Jahren doch verändert hat. Er ist in einer Stadt gelandet, die sich in seinen Ohren wie “Min-chen” anhört, die Menschen dort sehen völlig anders aus, als er es kennt und deren Umgangsformen sind in seinen Augen völlig indiskutabel.

In Briefen, die er mittels einer Zeitkapsel in die Vergangenheit zurückschickt, berichtet er seinem Freund von seinen Erlebnissen und Beobachtungen. Seine Interpretationen dieser Ereignisse riefen bei mir regelmäßig spontanes Grinsen bis herzhaftes Lachen hervor (was mir einige verwundert Blicke bei meinen morgendlichen Bahnfahrten einbrachte). Das Buch ist aber nicht nur lustig, sondern hält uns auch einen kritischen Spiegel unserer Gesellschaft vor, der zuweilen nachdenklich macht. Zitat unseres Mandarins:

“Die Großnasen (Anm. d. Autors: damit sind wir gemeint!) glauben verbissen daran, dass alles sich ständig ändern muss, und selbst die Vernünftigeren sind nicht von der Meinung abzubringen, dass, wenn etwas sich ändert, es auch besser wird. Hat die Welt schon so einen Aberglauben gesehen?”

Darüber sollten wir mal nachdenken …

Fazit:
Das Buch ist uneingeschränkt lesens- und empfehlenswert. Es eignet sich (wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann) auch sehr gut als Geschenk und beschert einige unterhaltsame Stunden.

Bewertung:

4 von 5 Lesezeichen

Briefe in die chinesische Vergangenheit. Herbert Rosendorfer. Erschienen im dtv – Deutscher Taschenbuch Verlag.

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