
Vor ziemlich genau 2 Jahren erschien das erste Buch über Stefan Ulrichs Italien-Abenteuer. Die Geschichte des SZ-Journalisten, der berufsbedingt mit seiner Familie für einige Jahre nach Rom gezogen ist, findet in dem vorliegenden Taschenbuch seine unterhaltsame Fortsetzung.
Titel: Arrivederci, Roma! Ein Jahr in Italien. Von Stefan Ulrich.
Aus dem Inhalt:
Stefan Ulrich sitzt im August allein im brütendheißen Rom, seine Familie ist bei den Großeltern in Bayern. Damit ihn nicht der Blues erwischt, macht er Pläne für das kommende Jahr: Ganz Italien möchte er bereisen, jede Region besuchen von Südtirol bis Sizilien. Was er auf seinen Reisen alles erlebt, schildert er gewohnt augenzwinkernd und voller Liebe zu Bella Italia. Und natürlich kommen auch der Hausmeister Filippo, die Kinder Bernadette und Nicolas, die Meerschweinchen der Familie und der wunderbare Palazzo in Rom nicht zu kurz.
Meine Meinung zu diesem Buch:
Der Autor
Der Journalist Stefan Ulrich arbeitete nach seinem Jurastudium als Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung. Als Italien-Korrespondent zog er im Jahr 2005 mit seiner Frau und seinen beiden Kindern nach Rom. Seine Erlebnisse hat er sehr unterhaltsam in seinem ersten Buch "Quattro Stagioni – Ein Jahr in Rom" verarbeitet. Das vorliegende Buch ist sozusagen die Fortsetzung. Mittlerweile hat er mit seiner Familie Italien wieder verlassen und lebt seit dem Sommer 2009 in Paris.
Die Aufmachung des Buchs
"Arrivederci, Roma!" ist im Taschenbuchformat erschienen. Von der äußeren Aufmachung her ist es wie die typische Urlaubslektüre gestaltet und lehnt sich vom Titelbild her am Vorgänger "Quattro Stagioni" an. Auf jeden Fall ein nett gestaltetes Äußeres, das dazu verleitet, diesen Titel in der Buchhandlung auch wirklich in die Hand zu nehmen.
Der Inhalt
Wie schon in seinem ersten Buch "Quattro Stagioni – Ein Jahr in Italien" dreht sich auch hier alles um die Erlebnisse des Autors in seiner Wahlheimat.
Seine Familie verbringt gerade die Sommerferien bei der Verwandtschaft in Bayern. Und er sitzt mit einer – natürlich urkomisch beschriebenen – Autopanne am Meer nahe Rom fest. Da reift in Stefan Ulrich die Idee: Wenn Jules Verne in 80 Tagen um die Welt reisen konnte, dann würde er es schaffen, in 365 Tage zumindest alle 20 Region von Italien zu besuchen. Und so geht es los mit einem wieder unglaublich witzig und unterhaltsam geschriebenen Buch.
Auf knapp 350 Seiten beschreibt Ulrich seine abenteuerlichen Ausflüge durch ganz Italien, die er teils in seiner Funktion als Auslandskorrespondent, teils aber auch privat und zusammen mit seiner Familie unternimmt. Wer sein erstes Buch gelesen hat, wird viele alte Bekannte wiedertreffen: Das Hausmeisterehepaar Filippo und Federica, den Fischverkäufer Teodoro und einige mehr.
In vielen meist lustigen, oft interessanten, manchmal überraschenden, aber immer unterhaltsamen Episoden beschreibt Ulrich die Eigenheiten und Besonderheiten der unterschiedlichen bereisten Regionen. Anders als im ersten Buch, bei dem die Eingewöhnung in einem neuen Land im Vordergrund stand, geht es hier mehr um das alltägliche Leben in Italien und darum, dass dieser Lebensabschnitt auch irgendwann zu Ende gehen wird.
Ein Angebot seines Arbeitgebers, das plötzlich im Raum steht, bringt nämlich ziemlich Unruhe in das Leben der Familie Ulrich: Sie sollen Italien verlassen und ihre Zelte in Frankreich, genauer gesagt in Paris neu aufschlagen. Man kann beim Lesen förmlich die anfängliche Traurigkeit spüren, die die Familie überkommen haben muss. Aber die Ulrichs wären ja keine richtigen “Italiener”, wenn sie der Sache nichts Positives abgewinnen hätten können. Eine rauschende addio-Party mit allen Freunden sorgt dafür, dass sie bis zum Schluß in Italien eine Bella Figura gemacht haben.
Mein abschließendes Urteil
Wie schon beim ersten Buch von Stefan Ulrich habe ich mich auch hier wieder köstlich amüsiert. Der Schreibstil, die präzise Wortwahl und der Sinn für Situationskomik, den Ulrich an den Tag legt, beschert einige unterhaltsame Lesestunden. Und ich hoffe, dass es auch irgendwann über seine Paris-Abenteuer ein ähnlich lustiges Buch geben wird.
Fazit:
Komisch, liebenswert und sehr unterhaltsam. Wer Italien mag, wird auch dieses Buch mögen.
Bewertung:
4 von 5 Lesezeichen
Arrivederci, Roma!: Ein Jahr in Italien Stefan Ulrich. 349 Seiten. Erschienen im Ullstein Verlag
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11. Juni 2010 um 10:12 Uhr
Ich bin schon gespannt, was er aus dem “Franz-Land” berichtet. Habe dort nämlich auch mal gelebt und ich fände es sehr interessant zu erfahren, wie er die Dinge dort sieht. Und welche Macken sich bestätigen lassen. Hoffe, ich muss nicht zu lange darauf warten.