
Beim Lesen das Klappentextes dieses Buches finden sich wahrscheinlich viele von uns wieder: Auf der einen Seite diejenigen, die vor lauter Arbeit und Überstunden nicht mehr wissen, wo hinten und vorne ist. Und auf der anderen Seite diejenigen, der gerne arbeiten würden, aber einfach keine Stelle finden.
Titel: Arbeitswut. Warum es sich nicht lohnt, sich abzuhetzen und gegenseitig die Jobs abzujagen. Von Philipp Löpfe und Werner Vontobel.
Aus dem Inhalt:
Wir haben Arbeit und arbeiten immer mehr. Wir knüppeln Übersunden – aus Angst vor Jobverlust oder im Leistungsrausch. Willkommen im Land der Arbeitswut! Wir haben keine Arbeit und kaum eine Chance, einen Job zu finden. Aber Öffentlichkeit, Arbeitsagenturen und -ämter machen Druck – kein Ausweg in Sicht. Willkommen im Land der Arbeitswut! Zweimal Arbeitswut – und beide hängen eng zusammen. Denn je mehr die einen arbeiten, umso weniger Arbeit bleibt für die anderen.
Meine Meinung zu diesem Buch:
Die Autoren
Der schweizer Journalist Philipp Löpfe studierte Anglistik und Ethnologie. Er erwarb an der Hochschule St. Gallen einen MBA, arbeitete als stellvertretender Redakteur bei CASH und war schließlich Chefredakteur beim Tages-Anzeiger. Heute widmet er sich als freier Journalist den Themen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.
Werner Vontobel studierte Volkswirtschaft und arbeitet als Wirtschaftsjournalist für den SonntagsBlick. Außerdem schreibt er für das schweizer Wirtschaftsmagazin CASH. Zusammen mit Philipp Löpfe veröffentlichte er 2005 das Buch “Der Irrsinn der Reformen”.
Die Aufmachung des Buchs
Das 2008 im Campus-Verlag als Taschenbuch erschienene Werk kommt relativ unspektakulär daher. Das in eher deprimierendem Grau gehaltene Titelbild wird von einem gut gefüllten Papierkorb dominiert, der wohl das Thema des Buches widerspiegeln soll: Arbeitswut. Das Inhaltsverzeichnis gibt einen knappen Überblick über die 12 Kapitel, zu denen jeweils eine Liste mit Anmerkungen und Quellen am Ende des Buches zu finden ist. Ein zweiseitiges allgemeines Literaturverzeichnis rundet das Ganze ab.
Der Inhalt
Die Autoren beantworten zunächst die selbst gestellte Frage “Wieviel Arbeit braucht der Mensch”. Es werden die Zusammenhänge zwischen gesteigerter Produktivität einerseits und benötigter sowie tatsächlich geleisteteter Arbeitszeit andererseits aufgezeigt.
Daran anschließend finden sich Ausführungen darüber, wie sich die Arbeit in unserer Gesellschaft entwickelt hat. Taylorismus, Arbeitsmoral, Arbeitspolitik und nicht zuletzt die Globalisierung und die negativen Auswirkungen sind die wesentlichen Themen, die hier behandelt werden. Anhand konkreter Beispiele, wie der Entwicklung von GM und der geradezu ausbeuterische Umgang von Walmart mit seinen Mitarbeitern, werden hier einige prominente Negativ-Fälle aufgezeigt.
Es folgen Kapitel über die künstliche Verstärkung der menschlichen Arbeitskraft durch Medikamente und technologische Hilfsmittel, wie z.B. Mikrochips (Stichwort Cyborg). Auch die Überwachung der Arbeitnehmer und das Schüren von Ängsten durch den Arbeitgeber werden hier thematisiert.
Im Kapitel “So geht es nicht: Scheinlösungen” nehmen die Autoren Stellung zu vermeintlichen Lösungsvorschlägen der Politik zum Thema Arbeitslosigkeit. Erst ganz zum Schluß kommen dann konkrete Ideen, wie das Missverhältnis von Produktivität und Arbeitszeiten gelöst werden kann.
Mein abschließendes Urteil
Trotz interessanter und grundsätzlich richtiger Feststellungen ist das Buch für meinen Geschmack zu negativ gehalten beziehungsweise kommen die Lösungsvorschläge einfach zu kurz. Den Negativ-Beispielen, die wir alle kennen, wird zu viel Platz eingeräumt. Erst nach etwa 120 Seiten gegen Ende des Buches kommen dann schließlich doch noch 5 “echte” Lösungsvorschläge, die allerdings viel zu oberflächlich betrachtet werden. Schade eigentlich, denn aus dem Thema hätte man sicherlich mehr machen können.
Fazit:
Interessant, aber für meinen Geschmack zu wenig konstruktiv.
Bewertung:
3 von 5 Lesezeichen
Arbeitswut: Warum es sich nicht lohnt, sich abzuhetzen und gegenseitig die Jobs abzujagen.Philipp Löpfe und Werner Vontobel. 170 Seiten. Erschienen im Campus Verlag
Andere Infos und Rezensionen zu diesem Buch im Internet:
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